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Prof. Hendrika Entzian

Hendrika Entzian ist neue Professorin für Jazz-Komposition, Jazz-Arrangement und Jazz-Ensemble

Mit Beginn des Herbstsemesters 2025/26 begrüßen wir Hendrika Entzian als neue Professorin für Jazz-Komposition, Jazz-Arrangement und Jazz-Ensemble an unserer Hochschule. Im Interview mit Janina Heinle, Leiterin der Stabsstelle Kommunikation, spricht sie über ihre musikalischen Inspirationsquellen und darüber, welche Haltung sie ihren Studierenden vermitteln will.

 

Liebe Frau Prof. Entzian, Sie sind schon von klein auf mit Musik in Berührung gekommen – vom Kinderchor über Klavier und Gitarre bis zum Kontrabass. Was hat sie letztlich am meisten an diesem Instrument fasziniert?

Die Entscheidung, Kontrabass zu spielen, fiel, weil mich Jazzmusik fasziniert hat und ich diese Musik unbedingt selbst spielen wollte. Damals spielte ich E-Bass und wusste, dass ich damit den akustischen Sound, den ich auf den Platten, die ich liebe, höre, einfach nicht erzeugen kann.

Besonders beeindruckt hat mich zudem die Rolle, die der Bass im Ensemble einnimmt. Als Teil der Rhythmusgruppe bildet man das harmonische und rhythmische Fundament und hat zugleich enorme Gestaltungsmöglichkeiten. Auch die Vielseitigkeit des Instruments fasziniert mich bis heute.

Sie sind nicht nur Bassistin, sondern auch Komponistin und Arrangeurin. Wie entstehen Ihre Stücke, was schenkt Ihnen Inspiration, wie arbeiten Sie – am Instrument, am Schreibtisch, oder an ganz anderen Orten?

Ich lasse mich von ganz unterschiedlichen Dingen inspirieren: von anderer Musik, von Musiker:innen, von Gesprächen und Reisen – kurz gesagt davon, im Austausch zu sein. Die eigentliche Arbeit an meinen Stücken entsteht dann meist im stillen Kämmerlein, am Klavier oder am Schreibtisch. Inzwischen schreibe ich aber auch gerne unterwegs, im Zug oder im Hotel. Mit kleinen Kindern zu Hause lernt man, die vorhandene Zeit anders zu nutzen – und das hat meinen Arbeitsprozess definitiv verändert.

Sie haben bereits an mehreren Hochschulen unterrichtet, an der Hochschule für Musik und Tanz Köln sowie an der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar und in Frankfurt am Main an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst. Was möchten Sie Ihren Studierenden mitgeben – sowohl musikalisch als auch menschlich?

Musikalisch möchte ich meinen Studierenden ein solides Handwerk vermitteln und sie zugleich dabei unterstützen, ihre eigene musikalische Sprache zu entdecken. Ich möchte sie ermutigen, viel zu hören, viel auszuprobieren und sich nicht zu früh mit einfachen Lösungen zufriedenzugeben.

Menschlich ist mir wichtig zu vermitteln, wie man respektvoll und zugleich produktiv miteinander arbeitet. Musik entsteht selten allein – gerade im Jazz ist sie ein permanenter Austausch. Eine offene Haltung und ein respektvoller Umgang sind für mich zentrale Kompetenzen, die weit über das Studium hinauswirken.

Wenn Sie auf Ihre bisherigen Stationen zurückblicken: Welcher Moment war für Sie besonders prägend?

Für mich sind immer wieder jene Momente besonders prägend, in denen Studierende inspirierende Ideen entwickeln und diese in eindrucksvolle Stücke umsetzen. Wenn diese Musik dann noch live von Studierenden-Ensembles zum Klingen gebracht wird, erfüllt mich das mit großer Freude.

Worauf freuen Sie sich in der kommenden Zeit an unserer Hochschule am meisten?

Ich freue mich darauf, nach dieser Einstiegsphase – in der man viele neue Menschen kennenlernt – erste Projekte zu realisieren und für die Studierenden möglich zu machen. Besonders gespannt bin ich auch darauf, Kolleginnen und Kollegen aus anderen Fachbereichen näher kennenzulernen und zu erleben, wie sie an Projekte und Themen herangehen.